
Ein Schlüssel ist ein Werkzeug zum öffnen eines Schlosses, beispielsweise eines Türschlosses. Er wird dazu in ein Schlüsselloch eingeführt und umgedreht. Die Benutzung von Schlüsseln ist eine alte und heute noch sehr oft genutzte Methode des Einbruchschutzes und der Zutrittskontrolle.
So steht es in Wikipedia und soweit die Theorie. Hohn möchte man sagen! Jaja die Menschen schließen sich ein, sie gieren nach Sicherheit , für sich selbst und ihren Besitz. Sie brauchen Schlösser und Schlüssel für alles und jeden. Was da aber nicht steht ist, dass sich Schlüssel gern Ihren Besitzern und somit Ihrem Zweck des Schließens bzw Öffnens entziehen.
Ich habe keinen Schlüssel, denn er liegt in der Wohnung. Also hinter der Tür. Auf der anderen Seite. Unerreichbar und unnütz jetzt zum öffnen des Türmechanismus. Man selbst ist Draußen und der Schlüssel der einen hineinlassen könnte liegt drinnen. Er hört nicht wenn man verzweifelt klingelt, ja und er öffnet auch nicht. Der Schlüssel an sich ist eine undankbare Kreatur. Geschaffen zum schließen, ob wann will oder nicht.
Ich stehe mit Einkauftüten beladen vor der Eingangstür. Ich habe keine Möglichkeit die Tür ohne größere Schäden (auch an mir selbst)zu öffnen. Ich habe kein Telefon. Das ist hinter der Tür. Ich höre Musik auf der anderen Seite. Ich habe sie angelassen. Ich sehe licht durch den Spion. Ich habe auch das angelassen. Ich habe Wäsche nass in der Waschmaschine. Es ist als wäre jemand anders nun in meiner Wohnung, würde all das machen was ich sonst getan hätte. Der Wohnung ist es egal. Ich trete gegen die Tür. Und noch mal. Die Tür bleibt zu. In solchen Momenten fällt einem ja meist nichts Besseres ein als unnütz an dem Türknauf herum zu rütteln. Zu drehen und zu drücken. In leiser stiller verzweifelter Hoffnung. Argh!
Ich bin ein von Wut geschüttelter kleiner Mann. Ratlos und verzweifelt.
Aber nicht allein. Die gute Freundin S ist bei mir. Und Dankbarerweise, lässt sie sich nichts anmerken. Sie höhnt im Stillen.
Mann kommt sich schon schön blöd vor, so vor verschlossener Tür. Besonders der eigenen. Schön blöd du Blödmann, typisch! Denkt man dann und weiß nicht weiter. Ich denke an die Einkäufe die gekühlt werden wollen. Und lege die Sachen ab. Durch das Treppenhaus huschen Menschen. Menschen mit Schlüsseln in den Taschen, Menschen die in der Lage sind ihre eigenen ihnen anvertrauten Wohnungen zu betreten. Sie Grüßen und schauen mich verlegen an. Wissen sie bescheid? Ich schaue betreten auf den Boden. Meine Schuhe treten lustlos gegen die Tür. Leise, denke ich, die Nachbarn.
was nun? Fragt S. ungeduldig und verschämt und zu recht. hm?!? Mann müsste die Tür öffnen können, sage ich. Wenn man eine Kreditkarte oder dergleichen hätte. Ja dann! sagt Sie.
Ja wie in einem Krimi also, Karte rein rütteln und schwupp, Tür auf.
Ich habe eine EC karte, sage ich, aber die stecke ich nicht in die Tür! Sie wird brechen und komme ich auch nicht mehr an das Geld in der Bank heran. Wenn man doch nur den Schlüssel hätte
Und da haben wir’s! man dreht sich im Kreis, man kommt nicht weiter, man steht vor der schwelle zu seinem Haus und kommt nicht hinein. Schnecken haben dieses Problem nicht, denke ich. Und wenn das jetzt für immer so bleibt. Ich nie wieder die Wohnung betreten werden kann. Ich kann mir keine andere Wohnung leisten. Keine zusätzlich. Aber diese müsste ich ja weiter finanzieren. Eine leere Wohnung, die für immer auf ihren Besitzer wartet. Also Mich! Ich der draußen dann vom Bordstein hinauf zum Fenster schaut, wehmütig und ohne Heim. Festtagsbeleuchtung in allen Räumen und aus einem tönt Musik, ununterbrochen für alle Ewigkeit. Eine Geisterwohnung.
Du wirst dein leben umstellen müssen, Denke ich. Alles anders machen. Du wirst genügsamer werden müssen. In Parks schlafen und vielleicht zur Kleidersammlung gehen müssen. Alle meine Sachen sind ja da drinnen. Allein die Stromkosten werden ins Unermeßliche wachsen. Man wird neue Kraftwerke bauen müssen. Die Ökologischen folgen wären verherrend. Eine Spirale ohne ende.
Schlüssel haben das leben nicht grade leichter gemacht. Im Gegenteil. Gut, man kann alles wegschließen und vor fremden blicken verbergen, verliert man aber den Schlüssel bleibt es auch für einen selbst auf ewig fern. Meist verliert man ja nicht nur einen Schlüssel sondern gleich alle, das hat die Erfindung des Schlüsselbundes möglich gemacht.
Ich werde mir nun eine geeignet große schachtel suchen und schauen, ob im Tiergarten noch ein Plätzchen frei ist.
in diesem Sinne....
1 comments:
Wunderdar zu lesen!
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