Ich sitze zu hause und warte auf den Lieferanten. Auf Lieferanten warten ist keine lustige Sache und auf diesen zu warten ist ganz besonders unlustig. Es ist wie Kopfschmerzen.
Womit wir also beim Thema wären. Nein ich habe keine Kopfschmerzen falls sie sich das fragen sollten. Aber manchmal habe ich keine Lust mehr. Keine Lust zu warten. Keine Lust es allen recht zu machen. Keine Lust abzuspülen. Keine Lust alt zu sein und keine Lust noch länger an dich zu denken, ja an dich!

Ein alter Greis wankt unter meinem Fenster auf dem Gehweg vorüber. Er befiehlt im Offizierston einem etwas junger wirkenden alten „genau hier“ stehen zu bleiben. Der Alte kommt näher und Grüßt von weitem „HeinZ!!!“ ruft er, während der andere wild mit den Armen rudert. Gehst du schon nach hause fragt der Alte. Er werde morgen an der Ostsee sein erklärt der Windmühlenmann. Schön sagt der andere. Ihre nasenspitzen berühren sich fast, so dicht stehen sie bei einander. Sein Abschiedsbier habe er schon gehabt, erklärt der immer noch wild fuchtelnde Alte, und er sei nun auf dem weg nach hause. Ein Abschiedbier denke ich, ist eine schöne Sache. Aber ein Willkommensbier ist doch noch viel besser. Selbst redend, das hat was von Begeisterung, von Wiedersehen und Erzählen und wenn weh, dann Fernweh. Ein Abschiedsbier macht doch nur Kopfschmerzen...

Ich versuche weniger Bier zu trinken. Ich will gesünder Leben. Einige dinge ändern. Versuche mich so gut es geht zu pflegen. Wahrscheinlich ist das schon so eine Marotte des Alterns. Also des Alters an sich. Ich versuche immer genügend und ausreichend Wasser zu trinken, mindestens 1,5 oder besser 2 Liter. Ich weiß jetzt, dass der Körper nur 250 ml Flüssigkeit pro viertel Stündchen verarbeiten kann. ergo bin ich immer in Bewegung. Das muss ich auch, ich kann mir kein verharren leisten. Die Muskeln haben langsam auch keine Lust mehr so scheint es. Ich lehne mich über die Brüstung. Es knackt.

Ich habe zu wenig gemacht in meinem Leben. Ich hätte mehr erreichen können. Hätte glücklicher sein können. Könnte jetzt ein ganz anderer sein. Ich hätte mehr Erfahrungen sammeln müssen denke ich. Hätte raus in die Welt gehen müssen. Mehr sehen und Meer
sehen. Menschen begegnen. Hätte Muttiger sein müssen, In vielen Dingen. Man müsste noch mal jung sein. Nur ein bisschen.

Ich schwebe 2 Meter über den Köpfen der alten .sie sehen mich nicht. Ich schwinge zurück in die Wohnung. Bei der kahlen Leinwand muss ich immer an dich denken. Ich verwahre dein Geschenk sorgsam verpackt direkt darunter. Manchmal macht man dinge falsch. Das ist menschlich. Man kann nicht immer als richtig machen. Mann muss nur daraus lernen. Manchmal denke ich, ich mache zu viel falsch. Das mir alles über den Kopf wächst. Ich es nicht schaffe, was auch immer es ist. Allein sein ist sehr einfach. Es gibt ja nur einen selbst. Ich denke dass ich dich gern besuchen würde und einfach Hallo sagen. Es ist schon zu lang her. Du hast es längst vergessen.

Ich mag das rot in der Küche, auch wenn es schon etwas blass ist. Ich stelle den Wasserhahn an, schließe den Stöpsel, trapiere das Geschirr in der Spüle. Wenn man im Wasser rührt, schäumt es besser. Geschirr und Gläser gehen auf Tauschstation, umringt von einem weißen Blassenteppich. ich spüle alles ab. Es klingelt.

es ist noch nicht zu spät denke ich....

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