Das Beste kommt noch






Ich drehe gerade die Fischstäbchen in der Pfanne. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie muss ich an das große schwarze Loch unter Frankfurt denken, welches bald alles verschlingen wird. Und Ich denke darüber nach ,wie lange der letzte Post auf dieser Seite jetzt schon wieder her ist und dass gerade die letzten wohl etwas aus dem Ruder gelaufen sind, auch nicht so gut, literarisch , aber was ist schon literarisch gut? ... von Unterhaltung ganz zu schweigen. Die nächsten Einträge müssen besser werden denke ich, mehr Schwung, sonnst springen mir auch noch die treuesten Leser ab, oder eben die treudoofsten.

Nicht diese belanglose Abgehandel, oder heißt es abhandeln in dem Zusammenhang? kommt jedenfalls davon.


Ich blicke fragend in die Pfanne und die Fischstäbchen blicken Fragend zurück. Ich kippe die Fischstäbchen auf die andere Seite, aber das scheint ihnen auch nicht zu gefallen, stattdessen flatschen die einfach so auseinander.


Worüber schreiben? Welches Thema, was will der Leser? Keine Ahnung! Will er überhaupt irgendwas. Will er noch lesen? oder nur Unterhaltung? will der Leser herausgefordert werden?

Irgendwas erhebendes wäre schön denke ich, als ich versuche die Fischstäbchen notdürftig wieder aufzurichten.


Auch nicht so lang. In kurzen knappen Sätzen, aber trotzdem schön , vielleicht heiter, ja lustig von Zeit zu Zeit. Das tut sich ja kein Mensch mehr an, soviel text, ganz ohne Bilder oder Videobeitrag , die Leute lesen nicht zu Ende, dass wird schon bei dem Mangel an Kommentaren klar. Verstehen die Leute die Texte überhaupt?


Vielleicht muss alles etwas straffer werden, einfacher und doch bitte etwas klarer, verdaulicher fällt mir da als Schlagwort ein , als ich den entblößten Haufen Fisch sehe der in er Pfanne ächzt und zuckt.


Nicht diesen besserwisserischen Unsinn, den man überall serviert bekommt. Dem können die meisten Leute eh nicht mehr folgen.

Der Leser besitzt en einfaches Gemüht denke ich. Sollte man sich diesem beugen? Hat Gottschalk also doch recht? Alles für die Quote.


Aber was? Was ist alles? Mir fällt nichts ein. Bin ich zu wenig Oportunist?Ich sehe schon Reich-Ranicki hämmernt vor der Tür stehen. Wie ein Tropengewitter donnernt und fauchend , unablössig schluss mit diesem Blödsinn einfordernt.


Ist es das jetzt etwa schon gewesen, das Abenteuer Blog? Es war ein kurzer Ausflug. Was soll werden wenn mir jetzt nie wieder etwas einfällt, ich keine Ideen mehr habe? Ist das jetzt schon die berüchtigte Schreibblockade, die der Autor so sehr fürchtet wie sonst nichts auf der Welt? Dabei habe ich doch gerade erst angefangen.


Die Fischstäbchen sind immer noch ein Schatten ihrer selbst und ich rüttle verächtlich an der Pfanne. Sie springen.


Sicher ist, dass die Leute die gekommen sind ernsthaft bedient werden wollen, dass wusste schon Udo Lindenberg. Wer nichts vorzeigen kann, sollte die Bühne räumen. Besser ausbrennen als zu vergehen (noch so ein Zitat). Wenn das so weiter geht, wird das teuer.


Das Telefon klingelt, ich zögere kurz, gehe dann aber nachsehen. Das ist ja das gute an der moderne Kommunikationsgesellschaft und ihrer Kommunikationsapparate im besonderen, dass man schon sehen kann wer anruft, bevor der andere überhaupt weiß , dass man bemerkt hat, dass es klingelt und entscheiden kann, ob man abnimmt oder nicht. Man nicht mehr so leicht und blind ins Messer läuft.


Der gute Freund F. ist dran.


F: Hi Kent, habe gerade deinen letzen Eintrag gelesen!


K: Post F., dass heißt Post bei uns Bloggern.


F: mein Reden, Prost!


F: Ich dachte wo du ja jetzt auch auf diesen unerträglichen Selbstdarstellungszug web 2.0 aufgesprungen bist, guck ich mal rein, könntest ja was über mich schreiben.


K: Ich glaub das hat sich erledigt, mir fällt nichts mehr ein. Ich wird den Laden dicht Machen müssen.


F: Spinnst du?! Mach das bloß nicht, du hast doch Verantwortung.


K: Mal ehrlich, so was wie das hier, kann doch jeder.


F: Du kannst jetzt nicht aufhören, du bist deinem Puplikum das schuldig. Das ist der unabhängige

Journalismus, du bist das gegenlicht zur manipulierenden und kurrupten Medienmaschine.


F: Das sag ich dir.


K: So hab ich das noch nicht gesehen.


F: Ohne Dich, verliert die freie Meinungsäußerung weiter an wert.


Die Fischstäbchen zucken ratlos. So haben sie sich das Leben in der Goldkruste nicht vorgestellt.

K: Und bei dir so?


F: Hach, das übliche, der Toaster will nicht über die Microwelle springen und der Kühlschrank hat angst.


K: Kennt man ja, Klopf Ihm einfach mal bestätigend auf die Tür


F: Machst du noch was an dem Layout. Ist ja schlimmer als bei der Abendzeitung.


K: aber die werden dafür auch noch bezahlt, demzufolge ist meine Leistung höher anzuerkennen


F: Ja, aber die haben auch keine Ahnung, aus welchem Fenster die sich zuerst lehnen sollen.


K: Das liegt an der Mittelmäßigkeit des Apparates und dass die keine Zeit verschwenden erstmal

irgendwo nachzufragen


F: keine Frage!


K: aber worüber schreibe ich jetzt?


F: worüber hast du den bisher geschrieben?


K: ich dachte du hast das gelesen.


F: schon, aber nicht alles und nicht bis zum Schluss, muss ja hier auf den Verkehr achten.


K: bist du unterwegs?


F: Nein! Woher!


K: Worüber sollte man denn schreiben?

F: Irgendwas mit Sex oder so, das kommt an.


K: Hä?


F: Vögel jemanden und schreib was drüber.


K: Hab grad niemanden zum Vögeln


F: Macht nix , die gute Absicht zählt!


F: benutz ruhig die ganzen Wörter wie Fotze und Feucht oder Möse und so, auch in Kombination, das wollen die Leute! die Roche macht da gerade den Reibach mit und tut so als hätte sie das

erfunden. Körperflüssigkeiten thematisieren meine ich.


K: Trau mich nicht


F: Sei nicht albern, das ist der neue Trend,


K: na wenn das der neue Trend ist, dann sollte man sich da schnell dranhängen.


F: Ja das bringt’s


K: So Sachen wie wer mit wem und vorlieben und so


F:bloß ncht zurück halten, du machst das schon!


F: Jetzt wird der Blog aber wirklich spannend, jetzt werden die wirklich wichtigen Themen verhackstückt


F: Ich muss dann aber los, in knapp 2 stunden wird’s auch schon dunkel, die Stühle müssen noch auf die Straße


K: alsklaa


ich blicke trübe in die Pfanne, von den Fischstäbchen ist nicht mehr viel übrig, außer schwarzer Kruste.


Alles wandert in den Mülleimer.


Irgendwie geht es halt immer weiter.


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