»Oh, Ssseiße!«





Der Anlass verlangt es, dass es am heutigen Tage gleich 2 Post’s zu erlesen gibt.

Liebe Leser, wir müssen einen Moment in Ruhe reden... öffnen Sie die Hose, nehmen Sie etwas Papier und setzen Sie sich schon mal. Und die Tür schließen, bitte.

Es ist Welttoilettentag und das kann nicht länger ignoriert bleiben.

Leider ist der Welttoilettentag eher ein ungeachteter Tag in der reihe vielerlei Welttage von Irgendwas, ich denke da an den Tag des Butterbrotes, der ebenfalls erst kürzlich völlig missachtet von den Augen der Weltöffentlichkeit begangen wurde, oder eher übergangen. Doch scheint der Welttoilettentag durchaus sinnvoll und ist womöglich ausbaufähig als solider Feiertag wie der 1. Mai oder der 3. Oktober. Ein Tag also an dem man sich besinnt und zurückblickt und zuschaut wie sich graue Politiker in ganztägigen Fernsehbeiträgen an Ihr erstes mal auf dem Töpfchen entsinnen.

Wie Sie also das Töpfchen zum ersten mal entdeckten und erlebt haben, ohne Furcht, sich freigemacht haben von Windel und Puder.

Überhaupt kann es nicht Schaden, gerade im Bezug auf die nächste Kanzlerschaft mehr über das Toilettenverhalten der Politiker im allgemeinen zu erfahren. Wer wäscht sich nicht die Hände, oder wer isst womöglich noch ein Butterbrot während der Sitzung. Außerdem wäre es ein Riesen Spaß.

Ich stelle mir schon vor wie Klaus Kleber eine Sondersendung moderiert und live in die Toilettenräume des Bundestages schalten lässt und wir sehen wo große Politik wirklich gemacht wird. Wie die konservative rechte beharrlich nach der sparrsamen Benutzung des Toilettenpapieres pocht, wären die junge linke im über die Trennwände hinweg Klopapierrollenflugstunden Veranstaltet mit marxistischen Parolen, während der Finanzminister greint.

Hach, wie würde Politik dann Spaß machen.

Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen und wird seither von den vereinten Nationen unterstützt. Welttoilettenorganisation, wenn das nix ist. Da ist doch eindeutig noch Luft nach oben, dass wird mal ein ganz großer Feiertag , das habe ich im Urin, das sage ich ihnen. Mit ein bisschen Glück könnte man sogar noch Ostern überflügeln oder vielleicht weihnachten. Ein Haufen Geschenke.

Natürlich weiß ich, dass der Hintergrund des Toilettentages ein durchaus erster ist, so lese ich, haben Millionen von Menschen der Welt keine Toilette, nicht ml einen Zugang zu einer Toilette. haben nie eine gesehen, nicht wissen was das überhaupt ist. keine Toilette, Nie! Stellen Sie sich das mal vor, und dann vagen Sie noch mal zu maulen, wenn bei Ihnen für zwei Stunden die Sanitärfirma da ist und alles abstellt.


Warum haben wir also eine derart peinlich berührte Haltung zum Klo die bestenfalls öffentlich zum Spaß taugt? Da sieht man Menschen unruhig wie Drogenschmuggler an der Superparkkasse stehen und eiligst das Toilettenpapier im Mantel verschwinden lassend oder der Tragetasche. Oder Menschen die mit der Packung hinter ihrem rücken verstollen durch dunkle Gassen huschen. In Asien sieht man das Klo als solches und die Verrichtung eher als Altagsgeschäft, der Toilettentechnikwahn in Japan sind da noch die harmlosesten Auswüchse. im Taiwan gibt es gar ein Toiletteneisrestaurant, welches die Gäste mit Hundehäufchen in Urinalen empfangt. Es werden Ausstellungen mit Designertoiletten veranstaltet, bei denen es sogar vergoldete Toiletten gibt. Es gibt kaum einen Hersteller, der nicht mindestens einen Stardesigner beschäftigt.


Das erste WC mit Spülung gab es übrigens wahrscheinlich bereits bei den alten Chinesen vor mehr als 2000 Jahren. Bis in die 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts stand die Funktion der Aborte im Fokus.

Ich möchte sie bitten jetzt zum Ende zukommen, zu spühlen und wenn nötig die Bürste zu benutzen. Händewaschen nicht vergessen. Gern können Sie auch kurz Ihre Gefühle beschreiben.

Diese Text ist zwar nicht auf der Toilette entstanden, darf aber gern dort gelesen werden. Zum Abwischen ist er auch ok. Einen fröhlichen Toilettentag allerseits!

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