Das Beste kommt noch 2

Heute wollen wir mal etwas neues versuchen. In ermangelung an neuen frischen und spritzigen Texten gibt es aufgewährmtes und Demoware zu erlesen.

Das ist nun also der erste Versuch. PS: Komentare sind übrigens immer noch unten einzugeben, da hat sich nix geändert. Irgendwie wird das je gern vergessen.(warum nur?)

Der Text

Der Park ist voller als erwartet. Samstag Nachmittag in Berlin. Mauerpark. Alle bis 35 liegen in der Sonne , während die darüber schon wieder über die Hitze maulen, so ist das , man kann es halt nicht allen recht Machen. Freund S. ist gut gelaunt, denn eigentlich sollten wir schon längst großflächige Wände mit bunter Farbe tränken. Stattdessen tränken wir unsere Kehlen mit Pilsener. Augustiner wäre schöner(is klar,is klar), aber Mann kann es sich ja auch so schön machen. Wir machen das und machen nix, außer unterhaltsamen Geschwätz wie an einem Sonntag Abend am Tresen einer guten Berliner Spelunke, einer der Sorte wo noch gutes Seemannsgarn gesponnen wird und das Steuerrat eines Bootes, tschuldigung Schiffes über der Theke tront. An einem Ort also wo die Politik, und die Fragen unserer Zeit auf Antworten treffen. Wir sehen zu, dass das bierchen nicht zu warm wird, das mag es nämlich gar nicht und wie ein Kind versucht das Vehikel des S. auseinander zunehmen, während die Mutter die höchstens ende zwanzig ist entschuldigend lächelt. mit dem Lächeln kann sie aber auch alles. Von solchen Mutties hört man ja sonst nur, während man nie daran glaubt, aber heute scheint alles möglich. Sogar die Haare an S’s linken Bein wachsen wider nach.

S. ist etwas unruhig, er ahnt es wird auf Ihn zurückfallen das wir viel zu spät sind. Er wird Recht behalten.

In der Wohnung ist dann das größte Problem die Farbe an die wand zu kriegen, und Krieg ist hier das richtige Stichwort denn wir hämmern die Farbe an die Wand. Genau genommen das Blau, tschuldigung kobalt Blau. Eine Technik die Anne Kathrin entwickelt hat, und die als die einzig brauchbare erscheint. Mit AK bin ich jetzt zusammen für die Küche zuständig, das heißt ich habe mich zur Verfügung gestellt , die Wände sind überall schwanger von dilentantisch angebrachten Zierputz , der sich wie Krätze durch die Wohnung hangelt. Mit einer attraktiven Mitgestalterin die Farbe in die Wand zu stampfen ist alle mal ein Anreiz, auch wenn die Ablenkung hier und da schon zu kuriosen Farbflecken reicht, aber es ist ja nicht meine Küche.

Irgendwann sind wir fertig und die Küche sieht aus wie eine von Streuseln überzoge Schlumpftorte die jemand an die Wand geklatscht an. Wir sind zufrieden und nach einigen necken und Konversation wer der bessere Streicher ist widmen wir uns dem nächsten Zimmer. Ja, niemand ist jetzt vor unserer Streichfähigkeit sicher.

Diese kurven sind schon Neugier erweckend denke ich so als ich das Grün in dem gelbe Flecke schwimmen über meinem kopf balanciere. Und ich ertappe mich dabei alles zu mustern. Die Schlabberhose lässt ein darunter liegendes Tattoo erahnen und sieht leider sehr sexy aus, genau wie das Shirt das aufgrund seiner schlampigen Haltung viel Fantasie zulässt.
Ich mache dann leider irgendwann den Fehler ihr Tattoo etwas plump auszusprechen, also zum Thema machen zu wollen. Anstatt einfach zu Fragen. Sie pariert das gekonnt. Das Thema ist beendet.

So was kann man aber auch nicht einfach so unüberlegt anbringen, das muss sich ergeben, da muss auch erstmal das zwischenmenschliche reif sein, das passt nicht überall rein. Alles so nah an der eigenen haut ist doch zutiefst intim.
Die Konversation geht dann leider etwas müde weiter, wobei das meiste aus „sag mal was“ oder suggestiv fragen besteht, die ich schon aus kreativlosigkeit der Fragestellung nicht beantworten möchte. Sag mal was gehört übrigens zu dem übelsten um jemanden eine Unterhaltung zu entlocken. Und so fließt eins zum anderen, die Unterhaltung schläft irgendwie ein, oder besser sie versagt in Ratlosigkeit der Teilnehmer.

Irgendwann ist dann die ganze Buzze fertig die wände mit mehreren schichten bunt überlagert und zum glück ist es jetzt zu dunkel um klar sagen zu können ob das ganze ein erfolg war. Wir stehen also bewundern und zustimmend herum und klopfen uns selbst auf die Schulter. Ak lädt mich zu Bier ein, diesmal gibt es dann auch dass Augustiner(juhuu). Das lokal hat den Charme einer ostdeutschen Schulmensa Mitte der siebziger Jahre. Das Bier schmeckt trotzdem, besonders bei dem Ausblick. Irgendwie bin ich jetzt auch müde und AK will leider immer noch eine menge wissen. Ich muss mich hier Poesiealbumfragen und Aufbaufragen des Kaliebers „hast du Geschwister“ und „wie sind die Namen deiner Geschwister“ oder „machst du Sport“ und „was für Sport“ erwähren. Aber es ist sehr nett und die Fragerei macht mir nicht allzu viel aus im Moment.

Bald darauf sitzen wir schon in einem weiteren lokal das ein wenig so aussieht wie ich mir den Partykeller eines Försters vorstelle, die Tische sind Baumstümpfe und die Möbel zerschlissen. Alles umringt von Regalen mit Ramsch. Ich versuche mich zu Erinnern, ob nicht vielleicht sogar Geweihe an den Wänden prangten. Der Förster ist ein Gut gelaunter Syrer der scheinbar erst vor kurzem aufgestanden ist. Es gibt wider Bier und diesmal ein Brettspiel dazu. Mensch ärgere dich nicht. Der Klassiker(aber mit Glücksfeld) . Das Glücksfeld in das Spiel einzubinden mit den Glücksfeldregeln meiner Kindheit ist der Höhepunkt des Abends und erheitert AK zu meiner Freude sehr und zum Glück ist Sie genauso schlecht in diesem Spiel wie ich. Das macht Sie dann noch mal sympathischer und liebenswürdiger als ohnehin schon.

Ak sprüht vor Elan und guter Laune und ist Wortgewand und Schlagfertig und leider ist Sie schön.

So ein Mädchen könnte mir gefallen...

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