Manchmal fühle ich mich müde. müde die Welt zu retten, müde vom Herumfliegen, müde jeden morgen in den blauen Anzug zu steigen. Dann möchte ich einfach liegen bleiben und nicht mehr an die Welt da draußen denken, die mir so fremd ist und doch immer nach mir verlangt. dann möchte ich auch kein Superheld mehr sein, dann möchte thailändische gebackene Enten über das Internet bestellen und diese gleich im Bett essen(auf weißer Bettwäsche, wo auch sonst).
Aber ich muss hinaus, hinaus nach draußen, hinaus in den Supermarkt, hinaus und hinein in das weißgraue Büro. Der Blick schleift über den Boden und ich schleiche durch die Straßen vorbei an allem und der Splitt knartzt unter den Schuhen. Der weg ist immer der Selbe und auch sonnst ist immer alles gleich, Weißgrau.
Die Unglücke der Welt sind längst viel zu groß für mich geworden denke ich. Das schwarze loch unter Frankfurt und anders wo, kann nicht mit Superheldenkraft gestopft werden, es breitet sich weiter aus und irgendwann wird es überall sein und auch hier und sonnst nichts mehr da. So eine Krise ist das Schlimmste für die menschliche Psyche. Kein wahrnehmbarer Gegner, sondern düstere Bedrohung, von der man nicht weiß, ob sie einen konkret ereilt, wann, wo, in welcher Form. Da hilft auch kein alles durchdringender blick und auch keine enorme Schnelligkeit oder Superatem und schon gar keine Unverwundbarkeit. Das alles taugt dann nur als Jahrmarktattraktion.
Ich denke, daß es wohl bald keine Superhelden mehr geben wird: Sie werden taxi fahren, Fleyer verteilen und auf Kindergeburtstagen auftretten müssen und Luftbalontiere basteln.
Ich habe mich jetzt zu einem kurs angemeldet für Meditation. Dort, so heißt es, wird der innere Kern wieder in Balance gebracht und die Wiederstandsfähigkeit in Stresssituationen geschult. Ich sitze auf dem Boden eines kargen weißen Raumes und blicke nach innen. Es ist sehr finster.
Bei der Entspannungstechnik gehe es darum, zweimal täglich 20 Minuten im Sitzen möglichst alle Gedanken auszuschalten, anstrengungslos sein Bewusstsein zu erfahren und sich befreit zu fühlen. Das versuche ich jetzt seit einer halben woche. Aber nichts. Ich fühle mich verbrauchter und antriebsloser als zuvor und frage mich ob nicht vielleicht das wieder anschalten vergessen wurde. Von Bewusstsein keine spur und die Gedanken werden zu McFlurry, zerdreht und ohne Zusammenhang. Also genau wie dieser text hier. Ich denke ich sollte einfach mal verreisen. Die Antarktis wäre doch schön....
Das ist natürlich jetzt auch unfair. Der erste text seit einigen halbgaren Jahreswendebemerkungen und dann gleich direkt die unterste Schublade ausmüllen.
So geht das ja auch nicht!
Ps: wer einen hübschen 1970er Dodge Challenger R/T 440 mit Schaltgetriebe findet kann diesen gerne an mich verschenken.
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