Ich bin schon ein schöner Held, das S flattert ausgedehnt und lose auf der Brust, zu schmal ist diese längst geworden, und auch habe ich schon lange niemanden mehr gerettet, ich kann ja nicht einmal mich selbst retten. Wie sollte ich dann dich retten, ja Dich, die du nicht gerettet werden willst, wie ich so lange glaubte.
Mit deinen großen leuchtenden Augen, die mir so früh schon zuhause waren und deinen süßen Worten, die jeden zum Helden machen können. Aber du hast längst vergessen was du zu mir sagtest damals.
Und so war ich immer bereit, die ganze Zeit und oft zur Stelle, ungefragt und nicht gerufen, um zu retten wo doch nichts zu retten ist.
Denn immer öfter hast du mich weggeschickt, wie einen Störenfried zur Seite geschoben, mich vertröstet auf einen anderen Tag. Und auch dann noch war ich zur Stelle, unsicher und zunehmend ratlos, aber bereit. Bereit dich zu retten, Dein Herz und auch das Meine.
Das du keine Rettung nötig hast und auch keine wolltest, sehe ich erst jetzt, als ich den blauen Anzug abgelegt habe, zum ersten mal in all der Zeit, und das stille weiß der Sonne in den Augen brennt, so nah am Wasser.
Der Brief, so undeutlich und voller Liebe, der jetzt so tief im Eis erfriert, ist genau wie du, so fern und voller Furcht.
Wozu taugt ein Held der nicht retten kann, nicht das einzige vermag was doch seine alleinige Bestimmung scheint…? Kann er dann noch Held sein? Oder ist er längst gefallen?
Nun warte ich also nicht mehr, warte nicht gierig und gespannt auf einen neuen Tag, um vor dir zu stehen und endlich richtig zu sein, bereit dass du in meine arme sinkst. Bereit vielleicht ein Stück mit dir zu fliegen und einige Geschichten zu erzählen, über meine kleine Welt. Denn das willst du nicht. Willst mich nicht als Deinen Helden. Und auch sonst nicht.
Weil hier kein Held in Blau auf dich wartet, sondern nur ich...
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