Ich müsste längst etwas schreiben. Aber mir fällt nichts ein. Schon wieder. Ich bin total blockiert. Das hat man ja manchmal, dann zögert man und denk es ist noch nicht der richtige Moment um zu beginnen, die Stimmung noch nicht reif und die Gedanken nicht bereit.
Ich falle zurück in den Stuhl und zerkaue den Kugelschreiber und versuche über verschiedene Dinge nachzudenken.
In einer derart fragilen Verfassung in der ich mich vor dem Schreiben befinde, kann jeder falsche Einfluss und jede Ablenkung die Möglichkeit gar verschlechtern etwas von Belang zu stande zu bringen. Das geht nicht. Angestrengt versuche ich einen Gedanken zu formen ein Thema zu finden oder wenigstens eine Idee.
Das ist dann meist der Moment an dem plötzlich das Geschirr gespült werden muss oder die Wäsche gewaschen, oder der Keller entrümpelt oder die Wohnung tapeziert oder die Möbel geölt. Dinge also die sonnt niemals getan werden.
Es ist unheimlich. Man muss etwas Bestimmtes tun und tut stattdessen etwas komplett anderes. Ich beobachte das schon länger. Ich muss den Müll runter bringen und fange an die Pflanzen umzutopfen. Ich muss wichtige Formulare für die Bank ausfüllen und fange an das Badezimmer auszuräumen und die fließen zu wischen.
So ist es oft wenn ich mit wichtigen Erledigungen beginnen will.
Man könnte jetzt leicht von fehlender Disziplin reden. Aber das ist alles kein Zufall meiner Meinung nach, es folgt einer Regel, einem durchschaubaren Muster. Mir fällt zB. auch immer nur etwas ein was ich schreiben könnte, wenn ich gerade an der Supermarktkasse stehe oder unter der Dusche, oder auf dem Klo sitze. an Orten also an denen man absolut nichts schreiben kann.
Das ist schon irgendwie unheimlich, meinen sie nicht? Natürlich kann man es auch nicht unheimlich finden, man kann es auch einfach hinnehmen, sich keine Gedanken darüber machen.
Aber ich muss jetzt etwas schreiben, unbedingt denn schon bald bist du fort und hast nichts zu lesen, das geht doch nicht.
Ich mache einen Versuch. Ich laufe durch die Wohnung versuche etwas anderes zu tun um etwas schreiben zu können, quasi als Simulation.
Nur so kann es funktionieren denke ich.
In der Hoffnung auf eine Eingebung, stehe ich mit Notizblock und Kugelschreiber an der Supermarktkasse, jeder einzelnen. Lege alles auf das Laufband und warte, während mich die Leute hinter mir bereits anstarren und zischen und warten dass ich verschwinde. Nichts. Mehr Ruhe könnte helfen denke ich.
Ich begebe mich ins Badezimmer, schließe die Tür und setze mich auf den geschlossenen Klodeckel, wieder das Papier in Reichweite. Aber nichts. Ich lasse sauberes Geschirr im Spülwasser versinken, die Hände unter Wasser und den Notizblog im anderen Zimmer und warte, aber nichts. keine idee. Ich schiebe den Staubsauger durch die staubfreie Wohnung, gehe zum Briefkasten, tue alles für einen Text oder wenigstens einen Satz oder zwei. Mache den Abfluss frei. Wasche mir die Haare.
Aber nichts, Nicht Nichts Nichts! Es funktioniert so nicht. Das Papier ist immer noch leer
Seltsam, denke ich.
Es hat ja keinen sinn, seit Wochen geht das nun schon so.
Ich rufe den guten Freund P. an. Er muss für eine sehr wichtige Klausur lernen und hat nun schon sein Bett neu bezogen und einen Beutel für die Altkleidersammlung gepackt und Regale an die Wand geschraubt, mit Dübel!
Ich könnte einen alten Text noch mal verwenden, vielleicht merkt es ja niemand, denke ich, als ich das Parkett abschleife. Aber das ist auch keine Lösung. Zumindest nicht langfristig.
Ich setze mich resignierend an den Schreibtisch, überlege und beginne auf der Tastatur vorsichtig die ersten Worte zu formen. Der erste Satz: Ich müsste längst etwas schreiben.
Das ist doch gar nicht so schlecht denke ich. Daraus könnte man etwas machen. Ein kurzer knapper Satz. Auf den Punkt. Vielleicht nicht der beste erste Satz in der Geschichte aber mit einer gewissen Prägnanz (Es gibt ja Schriftsteller de brühten 15 Jahre über dem ersten Satz).
Gleich weiter, der zweite Satz. nicht nachlassen!
Dabei fällt mir ein: das Bücherregal muss auch noch entstaubt werden. Und die Pflanzen gegossen...ach und das Altglas. Keiner denkt an das Altglas.....

Ich hoffe sie sind jetzt nicht allein, denn es wäre allzu schade diesen heutigen Tag so achtlos zu übergehen, auch wenn es doch eigentlich nicht nötig sein sollte einen speziellen Tag für diese schönste Sache der Welt zu benennen. Und mit dem heutigen Thema ist es wie mit dieser Sache selbst. Es ist nicht wirklich zu fassen, oder zu erklären. Wahrscheinlich verlieren sich so viele Medien gerade deshalb in trockenen Fakten.
Es ist Tag des Kusses. Und allein das ist Grund genug für einen, späten, zweiten Post.
Dieser Tag und dieser Eintrag sind dem echten, liebevollen Kuss gewidmet. Gemeint also ist der Kuss, den der große amerikanische Realist Mark Twain lakonisch wie folgt beschrieb: “Ein Kuss ist eine Sache, für die man beide Hände braucht.”
Der Kuss ist längst zum Objekt wissenschaftlicher Forschung und sportliche Herausforderung geworden. Zu einem Eintrag im Guinness-Buch hat er es genauso gebracht wie zum psychologischen Allheilmittel für Seele und Körper. Selbst die Dauer des Küssens. sowie die landestypischen Unterschiede wurden ermittelt und akribisch verglichen und in Statistiken zerlegt. Längst weiß Men genau, was beim Küssen so alles mit uns passiert. Das Ergebnis: Küssen ist gesund. Sogar sehr. Es stärkt Immunsystem und Gesichtsmuskulatur, baut Stresshormone ab und sorgt damit für Ausgeglichenheit. Aktive Küsser sind jedoch nicht nur, mehrenteils gesunder und ausgeglichen – sondern auch und vor allem: glücklich!
Das es weit mehr als nur eine form des Küssen gibt , weiß man inzwischen auch bei Wikipedia und handelt dieses Wissen in kühler Akrebie akademisch ab, als hätten die Verantwortlichen noch nie geküsst....dabei ist es doch viel mehr als das , etwas aus dem inneren , tief aus der Seele und dem Herzen und mit Deutung und schnöder Vernunft nicht gerecht zu werden.
“Ein Kuss ist das, was von der Sprache des Paradieses übrig geblieben ist”, schrieb der Abenteuerromancier Joseph Conrad
und das trifft es doch schon eher. Und nur so sollten Küsse sein, denn ist doch jeder ernst gemeinte Kuss eine unausgesprochene Liebeserklärung an den anderen.
Können sie sich noch an ihren ersten Kuss ihres Liebsten entsinnen oder gar an den ersten Kuss überhaupt? wenn sich die Lippen zum ersten Mal berühren und alles innere braust in diesen Moment,der geschmacj des anderen so nah , der heiße atem auf der Zunge,
All die innere Unruhe die Ungewissheit und Nervosität , die sich in einer einzigen bunten und unvergleichlichen Explosion entladen. So unvergleichlich dass kein Wort genügt. Das Herz schlägt schneller, wie es es nur bei wahrer Liebe kann. Ein Herauswachsen aus sich selbst, Schmetterlinge im Bauch. Die knie werden weich, während der Körper immer leichter wird und man findet sich plötzlich in einer eigenen Welt wieder, ein Universum nur für zwei. Und dazu das Pulsieren des ganzen Körpers. Und selbst all das klingt viel zu Hohl und Bedeutungslos für all das unfassbare eines Kusses aus wahrer Liebe und Leidenschaft.
Ein Liebesbeweis, den man nicht oft genug erbringen kann, der sich nicht erschöpft oder abnutzt.
Das Küssen ist also so wichtig wie die Liebe selbst, denn er erwächst aus ihr. Dem Bewusstsein das der andere alles ist, Sein und Lust und Rausch und Glück zu gleich. Also kein Grund sich davor zu fürchten. Und ist ein Kuss nicht Liebe in Ihrer schönsten form.
Und dennoch gibt es auch einsame Küsse, das sind Küsse des Abschieds und der Trennung, Küsse die in der Seele wehtun und tief im Herzen brennen. Besonders wenn man nicht weiß, warum dies nun der letzter aller Küsse sein soll. Diesen Küssen hängt man lange nach.
Das es für das Küssen einen Tag braucht an dem Ihm gedacht wird ist schon etwas traurig, denn es Zeigt wie leicht wir selbstverständliches vergessen und missachten....selbst etwas so reines wie einen Kuss.
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Monday, July 6, 2009
Ein Büroleben
So ein Büroleben macht müde. Es ist auch nicht besonders spaßig, es wird Aktualisiert, und Abgeheftet und das unrhythmische Gehacke der Tastaturen lasst mich träge aus dem Fenster schauen, wo der Sommer noch immer auf sich warten lässt.
Diese Büroarbeit ist nichts für mich denke ich dann resignierend, ein Leben Trocken und Öde zwischen Schreibtisch und Stuhllehne und virtuellem Fließband. Dann denke ich an die Welt da draußen und was ich alles verpasse, hier drin mit Flipchart und Meetingterminen.
Überhaupt hasse ich Meetingtermine. Irgendwo, so sagt man mir oft, habe ich ein Programm auf das alles zugreifen können um einen Termin mit mir zu vereinbare, dieses Programm macht sich dann bemerkbar. Ein Terminkalender irgendwo auf den Weiten der Festplatte.
Nur Ich kenne dieses Programm nicht, ich weiß nicht wo es ist, oder wie es funktioniert. Ich verpasse alle Termine, dann stehe immerfort irgendwelche Menschen in meinem Büro und sagen erbost „Termin“ und deuten auf ihre Uhren.
Ich habe auch keine Uhr.
Dann gehe ich müde mit den Menschen mit, in kleine Räume, die immer viel zu Warm oder viel zu Kalt sind, und der blaue Anzug zwickt unter dem Hemd und ich blicke nach innen.
Menschen in Meetingräumen sind wie Tiere in einem Circus und es gibt auch immer einen Dompteur, der die Kommandos gibt und die Sprunghöhe anzeigt. Diese Menschen denken in calculation’s und träumen von connectrate’s und webmaster-report Sagen diese Menschen, als wäre das der größte spaß der Welt.
Das ist alles nichts für mich....
In solchen Momenten schweift man leicht ab. In Richtungen die nicht vorgegeben sind im Protokol.
Manchmal kommt man an einen Punkt an dem man alles in Frage stellt. Und ich spreche nicht von der Haarfarbe oder der Tapete im Schlafzimmer.
Ein punkt an dem alles nicht mehr richtig scheint. Und nichts mehr von Bedeutung ist. Vielleicht weil man sich selbst nicht mehr Spürt und nicht mehr weiß warum man irgendetwas tut. Alle ausreden nichts mehr Nützen.
Einem Punkt an dem man versucht Herauszubekommen wo man hingehört und was man will, und viel weiter noch, wer man wirklich ist.
Es gibt Menschen die Sausen dann in roten Sportwagen den Antworten auf diese Fragen davon, und es gibt Menschen die suchen Antworten auf Gipfeln hoch oben über den Wolken oder beim Überqueren der Ozeane, mit dem Bug im Wind, oder allein im heißen Wüstensand. Und andere hingegen kommen nie an einen solchen punkt. Manchmal beneide ich all diese Menschen.
Dann hat man große Lust alles hinter sich zu lassen alle Zelte abzubrechen und irgendwo weit weg von neuem zu beginnen, etwas ganz Anderes und vielleicht mit viel Mut vielleicht als ein anderer. Besser...
Aber glauben sie mir es ist nicht einfach aus gewohnten Bahnen auszubrechen, auch wenn sie es noch so gerne wollen. So etwas verlangt ungeheure Kräfte, vielleicht sogar Superkräfte. Und wer hat die schon.
Manchmal denke ich dann, dass alles längst zu spät ist, es keine Möglichkeit mehr gibt irgendwie die Richtung zu ändern, alles zu schaffen was doch so viel größer scheint als man selbst. Das sind stille Momente in denen man leicht aufgeben könnte.
Bei diesem Gedanke halte ich kurz inne und höre wie jemand „Projektoptimierung“ sagt und sinke sofort wieder erschrocken in mich hinein.
Ich frage mich, ob diese Menschen wirklich glücklich sind mit dem was sie da sagen. Tag ein Tag aus. Ich sollte auch so denke, das weiß ich und all diese dinge sagen. Aber ich kann es nicht.
Dabei stellt sich die Frage:
Ist Projektoptimierung auch übertragbar auf das eigene Dasein, sollte man Entwicklungsschritte auf dies weiße auch in Bezug auf die Lebensplanung anwenden? Macht das Sinn? Dann müsste man allerdings wissen wie das Leben aussehen soll, was man sich davon erwartet und das umsetzen.
wie stelle ich mir das Leben vor? Kann man das so einfach sagen?
Und kann man etwas derart Irrationales, so planmäßig in Bahnen zwingen und somit optimieren? Streng nach Gesichtspunkten von Mangel und Bedürfnis und Ziel.
Aber was wenn die Sehnsucht nach etwas was unerreichbar ist selbst der Grund ist.
Dann zerfällt jede Rechnung in etwas Unlösbares.
Denn Gefühle und Bedeutungen sind weder Starr noch Planbar, Sie sind einfach da und liegen auf dem Herzen.
Mein Blick klettert durch das Teppichmuster, weiter über Kabelstränge, hin in die Erfrischungsecke mit Kaffeekanne und Selterwasser, dahin wo die Keksdose steht.
Die Keksdose ist leer, wie so Oft, geplündert von Menschen die keine Meetings kennen und die Not nicht erahnen, die sich in diesen räumen abspielt.
Ich habe einen Block mitgebracht, der bei verlassen immer noch Leer ist und es dämmert mir einmal mehr das diese Welt nicht die ist in die ich hineingehöre.
Als ich zu meinem Büro zurück komme sehe ich bereits weitere Menschen ungeduldig Bahnen in die Auslegware treten, mit kontrollierendem Blick auf ihre Uhren und ich weiß ich könnte einfach an der Tür vorbei den Flur entlang nach draußen gehen.
Ich denke daran wie sich alles ändern könnte.....aber selbst dann bist du nicht da.....
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Friday, July 3, 2009
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