Ein Büroleben
So ein Büroleben macht müde. Es ist auch nicht besonders spaßig, es wird Aktualisiert, und Abgeheftet und das unrhythmische Gehacke der Tastaturen lasst mich träge aus dem Fenster schauen, wo der Sommer noch immer auf sich warten lässt.
Diese Büroarbeit ist nichts für mich denke ich dann resignierend, ein Leben Trocken und Öde zwischen Schreibtisch und Stuhllehne und virtuellem Fließband. Dann denke ich an die Welt da draußen und was ich alles verpasse, hier drin mit Flipchart und Meetingterminen.
Überhaupt hasse ich Meetingtermine. Irgendwo, so sagt man mir oft, habe ich ein Programm auf das alles zugreifen können um einen Termin mit mir zu vereinbare, dieses Programm macht sich dann bemerkbar. Ein Terminkalender irgendwo auf den Weiten der Festplatte.
Nur Ich kenne dieses Programm nicht, ich weiß nicht wo es ist, oder wie es funktioniert. Ich verpasse alle Termine, dann stehe immerfort irgendwelche Menschen in meinem Büro und sagen erbost „Termin“ und deuten auf ihre Uhren.
Ich habe auch keine Uhr.
Dann gehe ich müde mit den Menschen mit, in kleine Räume, die immer viel zu Warm oder viel zu Kalt sind, und der blaue Anzug zwickt unter dem Hemd und ich blicke nach innen.
Menschen in Meetingräumen sind wie Tiere in einem Circus und es gibt auch immer einen Dompteur, der die Kommandos gibt und die Sprunghöhe anzeigt. Diese Menschen denken in calculation’s und träumen von connectrate’s und webmaster-report Sagen diese Menschen, als wäre das der größte spaß der Welt.
Das ist alles nichts für mich....
In solchen Momenten schweift man leicht ab. In Richtungen die nicht vorgegeben sind im Protokol.
Manchmal kommt man an einen Punkt an dem man alles in Frage stellt. Und ich spreche nicht von der Haarfarbe oder der Tapete im Schlafzimmer.
Ein punkt an dem alles nicht mehr richtig scheint. Und nichts mehr von Bedeutung ist. Vielleicht weil man sich selbst nicht mehr Spürt und nicht mehr weiß warum man irgendetwas tut. Alle ausreden nichts mehr Nützen.
Einem Punkt an dem man versucht Herauszubekommen wo man hingehört und was man will, und viel weiter noch, wer man wirklich ist.
Es gibt Menschen die Sausen dann in roten Sportwagen den Antworten auf diese Fragen davon, und es gibt Menschen die suchen Antworten auf Gipfeln hoch oben über den Wolken oder beim Überqueren der Ozeane, mit dem Bug im Wind, oder allein im heißen Wüstensand. Und andere hingegen kommen nie an einen solchen punkt. Manchmal beneide ich all diese Menschen.
Dann hat man große Lust alles hinter sich zu lassen alle Zelte abzubrechen und irgendwo weit weg von neuem zu beginnen, etwas ganz Anderes und vielleicht mit viel Mut vielleicht als ein anderer. Besser...
Aber glauben sie mir es ist nicht einfach aus gewohnten Bahnen auszubrechen, auch wenn sie es noch so gerne wollen. So etwas verlangt ungeheure Kräfte, vielleicht sogar Superkräfte. Und wer hat die schon.
Manchmal denke ich dann, dass alles längst zu spät ist, es keine Möglichkeit mehr gibt irgendwie die Richtung zu ändern, alles zu schaffen was doch so viel größer scheint als man selbst. Das sind stille Momente in denen man leicht aufgeben könnte.
Bei diesem Gedanke halte ich kurz inne und höre wie jemand „Projektoptimierung“ sagt und sinke sofort wieder erschrocken in mich hinein.
Ich frage mich, ob diese Menschen wirklich glücklich sind mit dem was sie da sagen. Tag ein Tag aus. Ich sollte auch so denke, das weiß ich und all diese dinge sagen. Aber ich kann es nicht.
Dabei stellt sich die Frage:
Ist Projektoptimierung auch übertragbar auf das eigene Dasein, sollte man Entwicklungsschritte auf dies weiße auch in Bezug auf die Lebensplanung anwenden? Macht das Sinn? Dann müsste man allerdings wissen wie das Leben aussehen soll, was man sich davon erwartet und das umsetzen.
wie stelle ich mir das Leben vor? Kann man das so einfach sagen?
Und kann man etwas derart Irrationales, so planmäßig in Bahnen zwingen und somit optimieren? Streng nach Gesichtspunkten von Mangel und Bedürfnis und Ziel.
Aber was wenn die Sehnsucht nach etwas was unerreichbar ist selbst der Grund ist.
Dann zerfällt jede Rechnung in etwas Unlösbares.
Denn Gefühle und Bedeutungen sind weder Starr noch Planbar, Sie sind einfach da und liegen auf dem Herzen.
Mein Blick klettert durch das Teppichmuster, weiter über Kabelstränge, hin in die Erfrischungsecke mit Kaffeekanne und Selterwasser, dahin wo die Keksdose steht.
Die Keksdose ist leer, wie so Oft, geplündert von Menschen die keine Meetings kennen und die Not nicht erahnen, die sich in diesen räumen abspielt.
Ich habe einen Block mitgebracht, der bei verlassen immer noch Leer ist und es dämmert mir einmal mehr das diese Welt nicht die ist in die ich hineingehöre.
Als ich zu meinem Büro zurück komme sehe ich bereits weitere Menschen ungeduldig Bahnen in die Auslegware treten, mit kontrollierendem Blick auf ihre Uhren und ich weiß ich könnte einfach an der Tür vorbei den Flur entlang nach draußen gehen.
Ich denke daran wie sich alles ändern könnte.....aber selbst dann bist du nicht da.....
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